Um 1230 erfolgte die erste Erweiterung der Stadt Zwettl durch
die Anlage dieses Rechteckplatzes. 1650 pflanzten die Zwettler
Bürger mitten auf dem Platz eine Linde, die zu einem mächtigen
Baum heranwuchs, 1727 aber dem Pranger weichen musste,
der hierher versetzt wurde, weil man an seinem ursprünglichen
Standort die Dreifaltigkeitssäule errichtete. Der Pranger verschwand
nach der Abschaffung der Prangerstrafe durch Kaiser
Josef II. aus dem Stadtbild.
Als nach der Revolution von 1848 die Verwaltung der Habsburgermonarchie neu geordnet wurde und man Bezirkshauptmannschaften errichtete, gingen die Zwettler 1850 daran, hier, mitten auf dem Neuen Markt, ein Gebäude für diese neue Behörde zu errichten. Da sich aber 1851 die kaiserliche Regierung zu einer neuerlichen Änderung der Verwaltungsstrukturen entschloss und das Gebäude nun nicht mehr benötigte, mussten die Zwettler den halbfertigen Rohbau wieder abtragen. Nahezu die gesamten Kosten dieses Projekts hatte die Bürgerschaft zu übernehmen.
Bis in das 20. Jahrhundert hinein war der Neue Markt ein Zentrum der wöchentlichen Viehmärkte.