Zwettler Zeitzeichen Band 1

Zwettler Zeitzeichen Band 1 - Titelseite

Friedel Moll, Die Nationalgarde Zwettl, 1848-1851

40 Seitenzahlreiche Abbildungen, 1999.

In den Märztagen 1848 brach in Wien die Revolution aus. Es kam zu blutigen Zusammenstößen zwischen aufgebrachten Bürgern und dem Militär. Da der Einsatz des Militärs die Wut der Volksmassen noch mehr entfachte, beschloss die Regierung, eine bewaffnete Volksarmee, die Nationalgarde aufzustellen.
Wie im ganzen Land entstand auch in Zwettl Ende März 1848 eine bewaffnete Truppe, der alle hier ansässigen Männer zwischen dem 19. und 50. Lebensjahr angehören sollten. Man wählte den k. k. Postmeister Franz Haunsteiner zum Hauptmann, übte sich im Marschieren und patrouillierte nachts durch die Stadt und die Vorstädte, um die Bewohner und ihren Besitz vor plündernden Banden zu schützen. Trotz beträchtlicher finanzieller Probleme schaffte man Uniformen, Säbel und Gewehre an, auch eine eigene Musikkapelle wurde aufgestellt, und im Herbst 1848 waren alle 122 Mann der Zwettler Nationalgarde voll ausgerüstet.
In der hohen Politik hatte sich aber in der Zwischenzeit das Blatt gewendet. Kaiserliche Truppen eroberten am 31. Oktober 1848 Wien. Die Revolution war gescheitert. Die Nationalgarden blieben zwar vorerst noch bestehen, hatten aber ihre ursprünglich Aufgabe verloren. Auch in Zwettl rückten die Garden nur mehr bei hohen kirchlichen oder patriotischen Festen uniformiert und bewaffnet aus. Man marschierte mit klingendem Spiel durch die Stadt, um die jeweilige Feier zu verschönern. Am 22. August 1851 löste Kaiser Franz Josef die Nationalgarden endgültige auf. Die Zwettler Nationalgarde hatte – ebenso wie alle anderen im Land – ihre Säbel, Gewehre und auch die Fahne den staatlichen Stellen zu übergeben. Nur die Uniformen, die die Männer zum Teil selbst angeschafft hatten, durfte man behalten. Damit war ein kurzer Traum bürgerlicher Freiheit ausgeträumt.

Die "Zwettler Zeitzeichen" sind zum Preis von je 15,- Euro pro Band im Zwettler Buchhandel sowie bei den Verkaufsstellen der Zwettler Museen oder direkt beim Stadtamt Zwettl (Gartenstraße 3, 3910 Zwettl, Tel. 02822/503 0, E-Mail senden) erhältlich.